Poetische Szene passend zum Gedicht Bei den Osterhasen von Annegret Kronenberg

Bei den Osterhasen

Bei den Osterhasen

Dort, wo die Osterhäschen hausen,

schläft heut' noch friedlich groß und klein.

Da dringt ein lautes Jubeln, Brausen

ins Osterhasenhaus hinein.

Mit einem Schlage ist erwacht

die ganze große Hasenmeute.

Der Vater reibt die Augen sacht

und schaut, was draußen los ist heute.

Der Winter stiehlt sich grollend fort,

mit Jubel zieht der Frühling ein.

Es grüßen Blümchen hier und dort,

der Schnee zerschmilzt im Sonnenschein.

"Oh je, was hab' ich fest geschlafen,

es ist schon allerhöchste Zeit.

Die Vögel jubilier'n, die braven,

die Osterzeit ist nicht mehr weit."

Jetzt geht es an die Arbeit schnell,

ein jeder sucht flink seine Sachen.

Die Mutter bürstet jedes Fell,

bevor sie auf den Weg sich machen.

Zur Osterzeit sie haben nun,

um die Kinder zu beschenken,

alle Pfoten voll zu tun,

müssen noch an vieles denken.

Die Eierholer hoppeln los,

hin zu den fleiß'gen  Hennen.

Die fragen: "Ach, wie konntet bloß

ihr euch so fürchterlich verpennen?"

Zu Hause rührt der Vater Hase

die großen Farbentöpfe an.

Die Mutter schnuppert mit der Nase,

legt hier und dort die Pfote an.

Als endlich alles kommt nach Haus,

geht's an die große Färberei.

Dabei rutscht eins der Häschen aus,

es gibt einen schönen Eierbrei.

Der Vater legt die Ohren an

und hebt ganz ernst die Pfote:

"Wer hier nicht richtig spurten kann,

bekommt eine schlechte Note."

Nun sitzen alle sie im Kreise

und verzieren jedes Ei

nach uralter Hasenweise

mit der schönsten Malerei.

Ein Häschen malt ganz neue Bilder,

bis selbst es dann am Ende gar,

nach dem Malen wie ein Wilder,

viel bunter als die Eier war.

Nach Mitternacht ist es vollbracht,

alle Wagen sind beladen.

In bunter Frühlingsfarbenpracht

die Ostereier leuchtend strahlen.

In aller Frühe kann man seh'n

die Hasenpärchen eilen.

Sie müssen vor dem Hahnenkräh'n

die Ostereier schnell verteilen.

Unterm Bett und in den Ecken,

unter Sträuchern in dem Garten,

müssen Eier sie verstecken,

wo es keiner kann erwarten.

Dann heißt es, ungeseh'n verschwinden,

bevor die Kinder sind erwacht.

Sie sollen die Ostereier finden

und nicht den Has', der sie gebracht.


Annegret Kronenberg · 2012
Kategorie: Gesellschaft
Stimmung: Vergänglichkeit
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