Meine Mutter, sie hatte immer etwas Besonderes für mich. Frische Erdbeeren aus dem Garten, die sie mir zum Frühstück aufs Brot drückte –“ mit etwas Zucker natürlich. Die kleine Kindertasse mit der bunten Blume, aus der ich heißen Kakao trank, wenn sie in der Kriegszeit welchen ergattern konnte. Aus Nichts zauberte sie mir die schönsten Kleider. Aufgehoben habe ich den großen Kuchenteller, auf den sie Pfannkuchen stapelte, die sie bergeweise buk, um alle Mäuler zu stopfen. Nur meine blonden Engelslocken, wie Mutter sie nannte, die mir irgendwann abgeschnitten wurden, sind abhanden gekommen. Geblieben ist aber in ihrem Wäscheschrank ein Stück französische Seife, die Vater ihr im Kriegsurlaub mitgebracht hatte. Für sie ein kleines Heiligtum.